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Der Himmel kommt niemals dem zu Hilfe, der selbst nichts tut. - SOPHOKLES
Meine Sicht der Angst (S. 20)
Mein eigener Umgang mit der Angsterkrankung, viele Gespräche mit Betroffenen und ihren Angehörigen
sowie meine Vorträge mit den anschließenden Diskussionen machten mir immer deutlicher, woran es bei
der Angstbewältigung am meisten hapert: am Umsetzen des theoretischen Wissens über die Angst in die
tägliche Praxis, also in das Handeln im Alltag.
Viele "Angsthasen" sind in der Regel sehr belesen, schauen sich Fernsehsendungen an, hören Vorträge,
machen Entspannungskurse und dennoch: das Umsetzen der Theorie in die Praxis tut weh. Wenn da bloß nicht
diese blöden und unangenehmen Symptome der Angst wären! Wir können uns aber nicht einbilden, all
diese Verhaltensmuster, die über Jahre gereift sind, zögen sich einfach so zurück, nur weil wir
jetzt plötzlich handeln wollen.
Viele Betroffene halten immer noch mit der Angst hinter dem Berg. Sie schämen sich, sehen sich als die
"Familienschande", befürchten berufliche Sanktionen oder haben Bedenken, einfach nur abgestempelt und verspottet zu werden.
In diesen Worten können wir schon viele Lösungsansätze erkennen. Wir müssen nur genau hinschauen.
Angst ausschließlich mit Medikamenten und einer Verhaltenstherapie, die sich rein mit den Angst
auslösenden Situationen oder Orten beschäftigt, zu Leibe rücken zu wollen wäre in etwa so, als
wollten wir Kirschen ernten, ohne vorher einen Baum gepflanzt zu haben. Vielmehr wären ein paar konstruktive Fragen notwendig:
- Was steckt hinter der Angst?
- Bin ich in meinen Beziehungen glücklich?
- Worin bestehen meine Bedürfnisse und Wünsche?
- Stimmt meine Kommunikation? (Kann ich ausdrücken, was ich will oder nicht will, worin meine Bedürfnisse und Wünsche liegen?)
- Mag ich meinen Beruf?
- Gehen meine Mitmenschen mit mir so um, wie es meine Aura nach außen erlaubt?
- Wie gehe ich mit mir selbst um?
- Mag ich mich?
- Mag ich auch meine negativen Eigenschaften?
- Lebe ich mein eigenes Leben oder bin ich "fremdgesteuert"?
- Mag ich mein Erscheinungsbild?
Wenn ich die Angst be-greifen will, wird es sehr hilfreich sein, mir Gedanken zu diesen Fragen zu machen.
Viele Bücher und psychologische Ratgeber, die Tausende von Seiten füllen, könnten auf einen einzigen
gemeinsamen Nenner gebracht werden: Wir wollen geliebt und anerkannt werden. Ist ja auch im Grunde in Ordnung
so. Nur - wie stark verbiegen wir uns im Alltag, um dieses Ziel zu erreichen? Wie konform sind wir mit der Gesellschaft,
unseren Chefs, unseren Freunden und Partnern, nur um geliebt zu werden? Wie schmerzlich ist es für uns, wenn sich
jemand von uns abwendet, nur weil wir uns nicht so verhalten, wie der andere es möchte! Plötzlich spüren
wir den Gegenwind, der uns ins Gesicht bläst!
Sicher, das Leben besteht oft aus Kompromissen. Aber - wir entscheiden doch, ob ein Kompromiß faul ist
oder konstruktiv! Und ist die Aussicht, geliebt zu werden, obwohl ich so bin wie ich bin, nicht wunderbar? Selbst wenn
ein paar Menschen dann gehen - ich bin überzeugt, es werden dafür neue wichtige Menschen in Dein Leben treten.
Sei mutig und öffne dich für neue Erfahrungen! Vor allen Dingen: Sei ein bisschen netter zu dir selbst!
In diesem Sinne möchte ich das Buch denjenigen widmen, die, im positiven Sinne, "die Schnauze voll haben" und sich auf
den Weg ins Abenteuer Leben begeben. Möge es ein kleiner Wegbegleiter bei dem Unterfangen sein, den Schritt von der
Theorie in die Praxis etwas gangbarer zu machen.
Text: Roland Rosinus
Angst ist mehr als ein Gefühl
Was meine Angst mich lehren will...
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ISBN 3-8334-4184-4
Preis: 14,80 Euro
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| ISBN |
3-8334-4184-4 |
| Preis : |
14,80 Euro |
| Abschnitt |
Format |
| Interview mit der Angst (S. 38) |
HTML /
PDF
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| Meine Sicht der Angst (S. 20) |
HTML /
PDF
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| Panikattacken - Angriff aus heiterem Himmel? (S. 61) |
HTML /
PDF
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