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Zehn Tipps zur erfolgreichen Angstbewältigung
- Nehmen Sie fachliche Hilfe an. Betrachten Sie es nicht als beschämend in Ihrer
Situation, sich helfen zu lassen. Kontaktadresse zu Selbsthilfegruppen in Ihrer
Nähe finden Sie beispielsweise
hier!
- Akzeptieren Sie zunächst Ihre Angst. Sie ist nicht ohne Grund da! Laufen Sie nicht
davon. Stellen Sie sich bitte Ihrer Angst. Vermeidungen verschlimmern.
- Angst hat eine Funktion. Betrachten Sie sie als eine Freundin, die Ihnen wertvolle Tipps
geben kann. Stellen Sie sich vor, die Angst sitzt Ihnen auf einem Stuhl gegenüber
und Sie hören zu, was sie zu sagen hat.
- Üben, üben, üben. Üben Sie täglich und machen Sie kleine
"Mutproben". Sie geben Ihnen Sicherheit und machen Ihnen irgendwann sogar Spaß.
- Arbeiten Sie an Ihrer Gedankenwelt und setzen Sie Stop-Sätze, wenn Sie sich beim
(überwiegend) negativen Denken erwischen.
- Arbeiten Sie an Ihrem Ich-Bild. Selbstbewußtsein, Selbstwert und Selbstsicherheit
können Sie sich erarbeiten.
- Haben Sie Geduld. Angst ist ein Gefühl und "hängt nach". Selbst wenn Sie bereits
veränderte Verhaltensweisen an den Tag legen, die Angst verschwindet oft so langsam,
wie sie gekommen ist.
- Quittieren Sie das Murren Ihres sozialen Umfeldes über Ihre veränderten
Verhaltensweisen mit einem "wissenden Lächeln", aber lassen Sie sich nicht beirren.
Sehen Sie es als Kompliment!
- Seien Sie nett zu sich selbst. Wenn nicht zu Ihnen, zu wem sonst? Das innere Lächeln
mit sich selbst dringt nach außen. Sie strahlen! Sie haben Ausstrahlung!
- Gute Beziehungen wirken Wunder. Pflegen Sie sie. Nie war ein/e gute/r Freund/in so
wertvoll wie heute.
Die 10 Irrtümer der Angstbewältigung
Warum bezeichne ich die folgenden Aussagen als Irrtümer der Angstbewältigung?
Überlege mit!
- "Hilfe kann es nur von außen (Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen, Ärzte,
Bücher, Kurse) geben." Die Betonung liegt auf nur; ohne Mithilfe des Betroffenen
läuft gar nichts.
- "Angstfrei leben..." ... wird es nie geben, denn die gesunde Angst hat eine Schutzfunktion.
Sie schützt uns vor unüberlegten Handlungen und lässt uns in Gefahrensituationen
durch hormonell bedingte körperliche Reaktionen besser reagieren.
- "Ich muss die Angst bekämpfen, besiegen, sie so schnell wie möglich wieder
loswerden. Angst ist eine Plage ..." Was dann fehlt, ist die Akzeptanz und das Verstehen
der Angst; ich werde dann die Ursachen, das Entstehen der Angst nicht finden.
- "Die Angst ist mein größter Feind." Die Angst ist meine beste Freundin,
wenn ich ihr zuhöre und ihre Ratschläge und Warnsignale befolge.
- "Wenn es mir erst wieder besser geht, dann tue ich was ..." Dann wartest du noch in
20 Jahren vergebens; du sollst etwas tun, obwohl es vielleicht manchmal weh tut.
- "Was soll ich tun, ist alles Veranlagung... Ich kann nichts tun, mein Arzt sagt, das
liegt in den Genen." Vieles ist Veranlagung, vieles liegt in den Genen, aber nicht alles.
Mit einer solchen Aussage gebe ich auf. Ich suche nach einer Rechtfertigung, damit ich selbst
bloß nicht zu handeln brauche. Ich gebe meine dringend notwendige Selbstverantwortung ab.
- "Ich nehme bis zu meinem Lebensende Medikamente; dann geht es mir gut." Auch hier gebe
ich ein Stück meiner Selbstverantwortung ab. Eine differenziertere Auseinandersetzung mit
diesem Thema ist zwingend notwendig.
- "Psychopharmaka sind gut verträglich, machen nicht abhängig und haben keine
Nebenwirkungen." Es gibt Menschen, die Psychopharmaka gut vertragen, andere wiederum nicht.
Der Aussage, sie hätten keine Nebenwirkungen, glaube ich einfach nicht.
- "Wenn ich nach langer Zeit wieder eine Phase der vermehrten Angst habe, war alles umsonst
und ich muss von vorne anfangen." Es kommt darauf an, wie ich mit Stillständen und
Rückschritten meiner Angstbewältigung umgehe. Ein Rückschritt kann zum Rückfall
werden, wenn ich ihn dazu mache. Ansonsten ist ein Rückschritt - wie das Wort schon sagt - ein
Schritt zurück, nicht mehr. Gehe möglichst schnell wieder ein paar Schritte vor.
Möglicherweise überprüft die Angst deine Angstfestigkeit, besser gesagt: wie weit
du schon bist.
- "Es gibt keine Hoffnung mehr für mich. Angst ist mein Schicksal. Ich kann nicht mehr,
ich gebe auf." Lies hierzu die
Geschichte mit den zwei Fröschen. Wenn du aufgibst,
bringst du dich um deine Bestimmung, deine Lebensaufgabe.
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